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Schuld - Macht - Sinn

Im Angesicht von Trauer, Wut, Verzweiflung und Schuldgefühlen helfen können. Da bleiben, wo andere weglaufen ...

383_06833_97297Ein Praxisbuch zur Begleitung trauernder Angehöriger.

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Verlagsgeschichte

Die Verlagsgeschichte beginnt mit einer Steindruckerei, die Carl Bertelsmann im Jahre 1824 in seiner Heimatstadt einrichtet. Der 1791 geborene gelernte Buchbinder hatte zuvor unstete Jahre erlebt: 1812 ist er als Sekretär des Gütersloher Maire tätig, flieht aber im Februar vor den Eintreibern Napoleons. Erst 1819 kehrt er in seine Heimatstadt zurück, wo er fünf Jahre später in einer Werkstatt, die der verstorbene Bruder ihm hinterlassen hat, die Steindruckerei einrichtet. Seinen raschen Erfolg verdankt das Unternehmen der Minden-Ravensberger Erweckungsbewegung, der sich der Unternehmensgründer tief verbunden fühlt: Gedruckt werden vor allem Gesangbücher und Notenblätter, die guten Absatz finden. 1835 gehen so aus der Steindruckerei Buchdruckerei und Verlag C. Bertelsmann hervor.

Signet 1835

Signet 1835

Das Programm umfasste zunächst vor allem Schulbücher und kirchenmusikalische Werke. 1836 erschien unter der Herausgeberschaft von Johann Hinrich Volkening, dem wichtigsten Vertreter der Minden-Ravensbergischen Erweckungsbewegung, Die kleine Missionsharfe, eine Sammlung christlicher Lieder, die in den folgenden 100 Jahren 86 Auflagen erleben und mehr als 2 Millionen Mal verkauft werden sollte. 1845 erschien erstmals das Evangelische Monatsblatt für Westfalen bei Bertelsmann. Dieses wichtige Periodikum der Erweckungsbewegung bildete die Basis des späteren wissenschaftlichen Verlages. Mit zeitweise fast 20.000 Beziehern erschienen die so genannten blauen Hefte ohne Unterbrechung bis 1929.

Verlagsneubau um 1868

Verlagsneubau um 1868

Als Carl Bertelsmann 1850 stirbt, übernimmt sein Sohn Heinrich die Führung des Verlages. Selbstbewusst steigert der ausgebildete Buchhändler Titelzahl und Auflagen. Er erweitert das Unternehmen durch den Zukauf verschiedener Verlage. Im Programm finden sich nun auch philologische und geschichtliche Werke sowie Jugendbücher. Nach wie vor bildet jedoch christlich-religiöse Literatur den Kern des Verlagsprogramms und zwischen 1850 und 1914 wird C. Bertelsmann zu einem der größten und einflussreichsten theologischen Verlagshäuser Deutschlands. Neben pietistisch-frommer Erbauungsliteratur und den Schriften verschiedener Missionsgesellschaften und Glaubensvereine sind es nun auch wissenschaftliche Werke, die das Profil des Verlages bestimmen.

Ein Profil, das der Nachfolger Heinrich Bertelsmanns noch schärft. 1881 hatte Johannes Mohn, Pastorensohn und nach einer Buchhandelslehre bei Bertelsmann dort angestellt, Friederike, die einzige Tochter Heinrich Bertelsmanns, geheiratet. Sein verlegerisches Interesse galt neben theologisch-wissenschaftlichen Werken vor allem der religiös-praktischen Literatur sowie dem Missionsschrifttum. Johannes Mohn wirkt darüber hinaus lange Zeit als Vorsitzender des Christlichen Verlagsvereins, des Vorläufers der seit 1925 bestehenden Vereinigung Evangelischer Buchhändler.

Signet 1925

Signet 1925

1921 übergab Johannes Mohn die Geschäftsführung des Unternehmens seinem Sohn Heinrich. Dieser setzte die Verlagstradition fort, baute die wissenschaftliche Theologie weiter aus und förderte das evangelische Schrifttum. Angesichts der schweren wirtschaftlichen Turbulenzen nach der Niederlage Deutschlands im ersten Weltkrieg und nach der Weltwirtschaftskrise ist es dann aber Heinrich Mohn, der mit der Etablierung eines belletristischen Verlagsprogramms als zweiter Programmlinie C. Bertelsmann auf eine breitere publizistische Basis stellt. Als 1938 ein Erlass der Reichsschrifttumskammer Verlagen das Publizieren auf unterschiedlichen Verlagsgebieten untersagt, will Heinrich Mohn sich nicht für Belletristik oder Theologie entscheiden. Er kauft darum den evangelischen Verlag „Der Rufer“ und veröffentlicht das religiöse Schrifttum und die theologische Wissenschaft jetzt nicht länger unter dem Label des C. Bertelsmann Verlages, sondern im Rufer Verlag, während belletristische Literatur weiterhin bei C. Bertelsmann erscheint. 1944 wird der Verlag behördlich geschlossen und im März 1945 fallen die Verlagsgebäude einem Bombenangriff zum Opfer.

Signet 1959

Signet 1959

Schon Ende 1946 bekommt Heinrich Mohn die Lizenz zur Wiedereröffnung und unter großem Einsatz der Mitarbeiter gelingt der Neuanfang. 1949 überträgt Heinrich Mohn die Geschäfte des C. Bertelsmann Verlages seinem Sohn Reinhard und zwei Jahre später die Leitung des theologischen Rufer Verlages seinem Sohn Gerd. Gerd Mohn führt den Verlag in den folgenden 25 Jahren aus seiner engen pietistischen Orientierung heraus und formt aus dem Rufer Verlag, der 1959 in Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn umbenannt wird, ein modernes Verlagsunternehmen.

Signet 1976

Signet 1976

Unter der Leitung von Gerd Mohn wird das Programm um eine Taschenbuchreihe die GTB Siebenstern erweitert und das wissenschaftliche sowie auf die kirchliche Gemeindepraxis ausgerichtete Programm deutlich erweitert und konturiert. 1986 verabschiedet Gerd Mohn sich in den Ruhestand. Damit endet die Führung des Verlages durch ein Mitglied der Verlegerfamilie.

Mittlerweile eingebunden in die umfassenderen Strukturen der Bertelsmann AG übernimmt Hansjürgen Meurer die Geschäftsführung des Verlages. Dieser erweitert 1988 durch den Zukauf des des Kiefel Verlages das Verlagsprogramm um die Segmente Geschenkbuch und Kalender. Mit der Übernahme des Chr. Kaiser Verlages, München, im Jahre 1993 kommt nicht nur das bedeutende wissenschaftliche Programm eines der renommiertesten Verlage in der Tradition der Bekennenden Kirche unter das Dach des Gütersloher Verlagshauses, sondern auch das Gesamtwerk von Dietrich Bonhoeffer, das in den Folgejahren Geist und Programm des Hauses nachhaltig prägen wird. 1999 erwirbt das Gütersloher Verlagshaus darüber hinaus die deutschsprachigen Rechte am Gesamtwerk Martin Bubers. Der erste Band der Werkausgabe erschien dann im Jahr 2001.

guetersloher_verlagshaus_heute

Das Gütersloher Verlagshaus heute

Die Übernahme der Verlagsleitung durch Ralf Markmeier im Juli 2003 geht einher mit einer deutlichen Konzentration der verlegerischen Aktivitäten des Gütersloher Verlagshauses auf die traditionell gepflegten Themenfelder Wissenschaftliche Theologie und Gemeindepraxis. Daneben beginnt der behutsame Aufbau eines vor allem an Werten sowie an gesellschaftlich kontrovers diskutierten Themen orientierten Programmsegmentes.

Diesen neuen und erfolgreichen Weg setzt das Gütersloher Verlagshaus auch unter der Leitung von Klaus Altepost, der seit Januar 2008 den Verlag führt, fort. Dem Gütersloher Verlagshaus gelingt es, sich als Sachbuchverlag vor allem mit Debattenbüchern (etwa: Caberta, Schwarzbuch Scientology; Jens, Demenz), populären Biografien (Lanz/Lichter, Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott) und ausgewiesenen Beiträgen aus dem psychiatrischen Bereich (Winterhoff, Warum unsere Kinder Tyrannen werden u.a.; Lütz, Irre. Wir behandeln die Falschen – letztere beide Autoren schafften es bis auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste!) in den Bestsellerlisten fest zu etablieren. Hierbei wirkt sich vor allem die Vertriebskraft der Verlagsgruppe Random House, zu der das Gütersloher Verlagshaus gehört und die mit inzwischen über 40 Verlagen als eine der größten Verlagsgruppen in Deutschland ihren Sitz in München hat, als wichtige Unterstützung aus.

* Eine ausführliche Darstellung der Geschichte des Verlages C.Bertelsmann/Gütersloher Verlagshaus findet sich in: Saul Friedländer/Norbert Frei/Trutz Rendtorff/Reinhard Wittmann, Bertelsmann im Dritten Reich, C. Bertelsmann Verlag, München 2002.